Orte

Jeder Ort enthält folgende Mitteilungen

- Kurzer Abriss der Geschichte. Quelle: Fichtelgebirgslexikon von Dietmar Herrmann
- Liste der eingemeindeten Orte
- Verzeichnis der Literatur
- Anschrift der Heimatforscher
- Hinweis auf ein Archiv

Arzberg

Geschichte
Arzberg lag nahe dem Schnittpunkt einer aus dem fränkischen Raum kommenden und nach Eger führenden, im Jahr 1061 bezeugten Altstraße und einer von Regensburg in das Vogtland verlaufenden Hohen Straße. Der Ort selbst wird erstmals 1268 in einer Urkunde des Klosters Waldsassen "in Arzperge" genannt. Nach dem Erlöschen der Reichsministerialen v. Liebenstein kommt Arzberg 1292 als erledigtes Reichslehen aus dem Bestande des Egerlandes an die zollerischen Nürnberger Burggrafen, die dem Ort 1408 ein "Rechtes Stadtrecht ewiglich" verleihen. Bis 1613 bildet Arzberg zusammen mit Hohenberg eine Hauptmannschaft innerhalb des Sechsämterlandes, danach gehört das Richteramt zum Oberamt Wunsiedel; es gelangt 1792 an Preußen und 1810 an Bayern. Der Eisenerzabbau, dem die Siedlung den Namen verdankt, muss bereits vor der Erstnennung betrieben worden sein; seine erste Blüte liegt vor den Hussitenkriegen. Nach anfänglichem Tagebau im östlichen und westlichen Revier ist man schon 1536 bis 12 m unter den Grundwasserspiegel gelangt. Es entstehen Hammerwerke, Rohrschmieden und Kugelgießereien, 1574 wird im Tal des Flitterbaches ein Hochofen errichtet. Im 17. Jhd. geht der Bergbau sehr zurück und erlebt erst um 1780 einen neuen Aufschwung, wo zeitweise in 20 Zechen gearbeitet wird. Alexander v. Humboldt gründet 1794 als Oberbergmeister in Arzberg eine Bergschule. Um 1820 gewinnen 150 Bergleute jährlich 3000 Tonnen Eisenerz, noch 1855 werden in 20 Zechen 270 Arbeiter beschäftigt; 1939 bis 1941 folgt der letzte Erzabbau. Seit 1838 siedelt sich die Porzellanindustrie an, der Ort wird durch drei Großbetriebe zur zweitgrößten Porzellanstadt. 1883 erfolgt der Bahnanschluss an die Strecke Nürnberg-Marktredwitz-Eger; 1915 wird das Kraftwerk in Betrieb genommen. Nach der Gebietsreform werden die Gemeinden Bergnersreuth (1.1.1978), Ilaid (1.1.1977), Röthenbach (1.1.1977), Schlottenbof (1.1.1978) und Seußen (1.1.1978) eingemeindet
Quelle: Dietmar Herrmann - "Fichtelgebirgslexikon".

Eingemeindete Orte:
Bergnersreuth, Bodenhaus, Dötschenmühle, Elisenfels, Forellenmühle, Germersreuth, Hagenhaus, Haid, Heiligenfurt, Kieselmühle, Klausen, Krippnermühle, Märzenhaus, Oschwitz, Preisdorf, Röthenbach, Rosenbühl, Sandmühle, Schacht, Schlottenhof, Seußen, Steinau, Teichmühle, Theresienfeld.

Homepage der Stadt Arzberg

Kontaktanschrift
Hans-Günter Tröger
Zimmermannstraße
95659 Arzberg
Tel.: (09233) 1008

Stadtarchiv Arzberg
Fr.-Ebert-Straße
95659 Arzberg

Bad Alexandersbad

Geschichte
Die Geschichte des Alexandersbades beginnt mit der Entdeckung des Sauerbrunnens auf der Heuleite bei Sichersreuth im Jahr 1734 durch den Bauern Wolfgang Johann Brodmerkel. Schnell spricht sich die Heilwirkung des "Sichersreuther Sauerbrunnens" herum und lockt viele Kranke an. Der Bayreuther Markgraf lässt die Heilquelle 1741 ordentlich fassen; 1752 entstehen die ersten Gebäude zur Aufbewahrung von Tonkrügen und zur Unterkunft der Gäste. Markgraf Alexander lässt das Heilwasser wissenschaftlich untersuchen, legt 1781 den Brunnen und zwei Bade-Pavillons neu an, es erfolgt die Benennung des Mineralbrunnens in "Alexandersbad".

1782/83 lässt der Markgraf das Schloss für Badegäste erbauen, Heilungssuchende aus den böhmischen Bädern, vor allem russischer Hochadel, kommen zur Trink- und Badekur, der Sauerbrunnen wird auch in Glasflaschen versandt.

1792 geht die Markgrafschaft Bayreuth und damit das Alexandersbad an Preußen über. Vom 13.6. bis 5.7.1805 halten sich König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Königin Luise im Alexandersbad auf; in der Fremdenliste steht 1820 Johann Wolfgang v. Goethe.

1834 eröffnet Kreisphysikus Dr. med. Georg Fikentscher eine Kaltwasserheilanstalt ("Altes Kurhaus"), der Kurbetrieb wird auch dort mit unterschiedlichem Erfolg fortgeführt, der Ort selbst wächst durch Bau von Wohnungen und Gastronomiebetrieben.

Die Kurgebäude hatten infolge der beiden Weltkriege, wo sie als Lazarette, Kinder-, Erholungs- und Umschulungsheime dienten, sehr gelitten.

Weitere wichtige Ereignisse in der Ortsgeschichte: 1957 Bau der Evang. Luth.-Volkshochschule; 1959 werden Heilquelle, Schloss und weitere Anlagen vom Deutschordens-Schwesternprovinzialat Passau erworben.

1963 Fertigstellung des Altenheimes "St. Michael" und der Katholischen Kirche "St. Elisabeth"; 1968 staatl. Anerkennung der Luisenquelle und Anerkennung der Gemeinde als Luftkurort; 1973 Fertigstellung des Kur- und Sporthotels und des Kurmittelhauses der Bäderhaus GmbH; 1974 Fertigstellung des Hotel Alexandersbad mit Bäderabteilung, des Kurparks und Musikpavillions; 1975 Fertigstellung der Schlossterrassen mit Brunnenanlagen; 1976 Staatl. Anerkennung des Heilbades; am 1.7.1979 Namensänderung in "Bad Alexandersbad"; 1983 Einweihung des "Haus des Gastes"; 1994 Einweihung des umgebauten und renovierten "Alten Kurhauses".
Quelle: Dietmar Herrmann - "Fichtelgebirgslexikon"

www.badalexandersbad.de/

eingemeindete Ortschaften:
Bad Alexandersbad, Dünkelhammer, Kleinwendern, Sichersreuth, Tiefenbach

 

Hohenberg/Eger

Geschichte
Die auf einem steil zur Eger abfallenden Fels stehende Burg entstand in Zusammenhang mit der Sicherung der Reichsburg Eger in der Zeit der Staufer.

Erstmals wird urkundlich 1222 ein Bertholdus de Honberg in einer Waldsassener Schenkungsurkunde genannt. Dem reich begüterten Rittergeschlecht gehörte auch die Burg von Wunsiedel und das Burglehen von Eger. Vom letzten des Geschlechts, Kneußel von Hohenberg, erwirbt Burggraf Friedrich III. von Nürnberg 1285 Wunsiedel, wenig später fällt auch Hohenberg an ihn; Hohenberg und Wunsiedel sind damit die ersten Erwerbungen der Hohenzollern im Gebiet der Reichsstadt Eger.

1322 wird Hohenberg zwar zusammen mit Eger an den Böhmenkönig Johann von Luxemburg verpfändet, die Auslieferung Hohenbergs unterblieb jedoch. 1413 wird Hohenberg dem Egerer Landgericht endgültig entzogen, es entsteht das Amt Hohenberg im nachfolgenden Sechsämterland in der Markgrafschaft Bayreuth. Um die Burg entsteht eine dörfliche Siedlung mit Herbergen, einer Schenkstatt und Mühle.

Ort und Burg Hohenberg sind bis 1799 mit dem Privilegium einer kaiserlichen Freistätte ausgestattet.

Vier steinerne Säulen (jetzt vor dem Burgeingang) standen an den Eingangswegen des Ortes und grenzten einen Schutzbereich ab. Gelang es Rechtsbrechern, den Schutzbereich zu erreichen, standen sie im Asyl des Kaisers und waren zunächst frei von Verfolgung.

1791 kommt die Markgrafschaft und damit auch Hohenberg an die preußische Krone, 1806 unter französische Verwaltung, 1810 Übergang an Bayern.

1814 gründet Carl Magnus Hutschenreuther in Hohenberg die erste Porzellanfabrik im nordostbayerischen Raum (Porzellanindustrie).

Im April 1945 werden durch Artilleriebeschuss 34 Wohnhäuser, die Kirche (Verlust der Barock-Ausstattung), die Vorburg zerstört. Am 29.4.1960 erhält Hohenberg die Bezeichnung Stadt verliehen.
Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikon

eingemeindete Ortschaften:
Confinhaus, Fohrenlohe, Hammermühle, Königsmühle, Massemühle, Neuenmühle, Neuhaus a. d. Eger, Pfeiffermühle, Sommerhau

Homepage der Stadt Hohenberg

Heimatforschung
Siegfried Röder
Buchenweg 3
95691 Hohenberg
Tel.: (09233) 8447

 

Höchstädt

GeschichteHöchstädt liegt an einer alten Handelsstraße, die bereits im 11. Jhd. bestand und das Fichtelgebirge von SW nach NO durchquerte; zu dieser Zeit entstanden zwei Adelssitze. Urkundlich tritt die Siedlung am 29.3.1298 in Erscheinung, als Burggraf Johann I. von Nürnberg als Schadenswiedergutmachung das Dorf an das Kloster Waldsassen übergibt. Im Lehenbuch des Burggrafen Johann III. v. Nürnberg befindet sich das Dorf 1413 "zu Hohstet im Hohenberger Gericht", im späteren Sechsämterland in der Markgrafschaft Bayreuth.Im 15. Jhd. entstehen zwei Ansitze in Höchstädt, später Unter- und Oberhöchstädt genannt. In Unterhöchstädt erhalten 1441 die v. Rabenstein das Rittergut, 1536 die v. Heidenaab, 1668 die v. Waldenfels, das bis 1847 besteht. 1398 belehnt Burggraf Johann der III. den aus einer alten egerländischen Reichsministerialenfamilie stammenden Peter Rorer mit sieben Höfen und drei Herbergen, die Nachkommen errichten ein neues Schlossgebäude (in Oberhöchstädt), welches sie 1467 zu Lehen erhalten. 1559 verkaufen die Rorer ihr Gut an die v. Witzleben, 1644 erwirbt es die Stadt Wunsiedel für das Sigmund-Wann-Stift.1791 wird die Markgrafschaft Bayreuth an die Krone Preußens übereignet, 1806 Besetzung durch französische Truppen, 1810 erfolgt die Abtretung an Bayern.1818 werden die Gem. Unter- und Oberhöchstädt gebildet, zu Oberhöchstädt gehören Witzlebensmühle, Ruggenmühle, Karolinenhain und Braunersgrün, 1821 Vereinigung zur Gem. Höchstädt.In der Nacht vom 1. zum 2. Mai 1879 brennt das untere, im Privatbesitz befindliche Schloß ab, die nebenstehende Kirche wird stark beschädigt; Einweihung des neuen Kirchenbaus am 20.11.1887. Am 1.5.1914 wird die Eisenbahnlinie Holenbrunn-Selb eröffnet, Höchstädt erhält Bahnanschluss; am 3.10.1923 Eingemeindung des Einzel Tännig; 1.1.1978 Eingemeindung von Rügersgrün; ab 1.5.1978 bildet Höchstädt mit Thierstein und Thiersheim eine Verwaltungsgemeinschaft.Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikonde.wikipedia.org/wiki/Höchstädt_im_Fichtelgebirgeeingemeindete Ortschaften: Höchstädt, Braunersgrün, Hofmühle, Rügersgrün, Tännig, Witzlebensmühle

Kirchenlamitz

Geschichte

Die Anfänge des noch 1356 urkundlich als Dorf Kirchen Lomnicz bezeichneten Orts, sind eng mit der Geschichte der Burg Epprechtstein verbunden. Die Besitzer der Burg waren auch Besitzer der ehemaligen Siedlung. Als ab 1356 die gesamte Herrschaft Epprechtstein im Besitz der Burggrafen von Nürnberg ist, entsteht ein Wasserschloss und um die Kirche eine Siedlung. Die Amtleute bewohnen die Höhenburg und das Wasserschloss, das noch bis 1795 bestand und in dem 1812 das Landgericht untergebracht wird.

Kirchenlamitz erhält 1374 stadtrechtliche Privilegien und bildet dann bis 1613 ein eigenes Amt im Sechsämterland der Markgrafschaft Bayreuth; 1792 geht die Stadt an Preußen über, ab 1810 an Bayern.

1429 plündern und zerstören die Hussiten Kirchenlamitz, auch durch den 30jährigen Krieg wird der Ort schwer geschädigt.

1830 werden durch ein Großfeuer 45 Häuser vernichtet, darunter die gotische Kirche; 1836 brennt der obere Markt ab.

Durch Artilleriebeschuß werden am 17.4.1945 neben Scheunen 27 Häuser völlig zerstört, 21 Tote sind zu beklagen.

Am 18.5.1356 wird urkundlich ein Zinnwerk am Lauterbach genannt, das nicht weit von Kirchenlamitz liegt und bis zum 16, Jahrhundert betrieben wird. Landwirtschaft, Töpferei und Handweberei (1873 noch 100 Webstühle) bilden dann die Erwerbsgrundlage der Bevölkerung. Bereits im 18. Jahrhundert entsteht die Natursteinindustrie, 1920 die Porzellanindustrie.

1899 wird die Lokalbahn Kircbenlamitz Weißenstadt eingeweiht.

Ortsname: Der Bachname Lamitz übertrug sich auf die damalige Siedlung mit Kirche, wobei Iamitz als slav. Bruchbach oder Steinbruchbach gedeutet wird.

 Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikon

eingemeindete Ortschaften:
Kirchenlamitz, Baumgarten, Buchhaus, Dörflas, Entenloh, Epprechtstein, Fahrenbühl, Fichtenhammer, Fuchsmühl, Großschloppen, Hasenmühle, Hohenbuch, Kirchrlamtiz Bhf, Kleinschloppen, Mittelschieda, Neuenhammer, Niederlamitz, Nierlamitzerhammer, Oberschieda, Raumentengrün, Reicholdsgrün, Schnepfenmühle, Unterschieda, Vorsuchütte, Wustung

Homepage von Kirchenlamitz

Arbeitsgemeinschaft
Heinrich Meyer
Königstraße 19
95158 Kirchenlamitz
Tel.: (09285) 221

Werner Bergmann
Franz-Schaller-Siedlung 14
95158 Kirchenlamitz
Tel.: (09285) 1374

Archiv
Stadtarchiv Kirchenlamitz
Marktplatz 3
95159 Kirchenlamitz
Werner Bergmann

 

 

 

 

 

 

 



Marktleuthen

Geschichte

Ritter Konrad von Haslau besitzt um 1300 einige Güter in dem kleinen Dorf "Leuken", die er von dem Plauener Vogt Heinrich als Lehen erhalten hatte. Nach seinem Tod entspann sich ein Erbstreit, der erst später beigelegt werden konnte.

Am 31.03.1314 übereignet der Plauener Vogt das Lehenrecht über verschiedene Güter zu "Leuken" dem Kloster Waldsassen, 1356 wird bekannt, dass die nördlich gelegenen Ortsteile zur Burg Epprechtstein gehören. Später widerfuhr dem "Dorf zu Leuken" ein öfterer Herrschaftswechsel.

In der Egerer Forstordung von 1379 heißt es, dass in dem Dorf "Leuken" ein Pfarrer, Förster und Fischer saß.

1411 wird der Ort als "Marck zu Leuthen" genannt, er muss die Marktrechte jedoch schon früher erhalten haben. 1411 kauft Markgraf Wilhelm von Meißen den Ort samt seiner Zugehörungen von dem Wunsiedler Bürger Jakob Tullinger zur Abrundung seines um die Burg Thierstein gelegenen Besitzes.

1415 kommt Marktleuthen in den Besitz des Burggrafen Friedrich V. von Nürnberg, dem späteren Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth, es liegt im Amt Thierstein des Sechsämterlandes.

1429 wird der Ort wegen der Hussiteneinfälle notdürftig mit drei Tortürmen und einem Graben befestigt. Von Großbränden wird 1577, 1641, 1691 und 1843 berichtet.

Bis 1791 gehört Marktleuthen zur Markgrafschaft Bayreuth, danach zur preußischen Krone; 1806 erfolgt die französische Besetzung, 1810 Übergang an Bayern.

Am 30.06.1785 macht Johann Wolfgang v. Goethe Mittagsrast in Marktleuthen und lobt das vorzügliche Bier, bevor er nach Wunsiedel weiterreist.

1875-78 erfolgte der Bahnbau München-Berlin, mit dem großen Viadukt über das Egertal; 1882 Ansiedlung der ersten Glasfabrik, es folgen 1897 Porzellanfabrik und Granitverarbeitungswerke.

Am Leuthenforster Weg und auf der Kappel entstehen 1951 und 1953 neue Siedlungen; am 16.10.1954 erhält Marktleuthen Stadtrecht.

Im Rahmen der Gebietsreform 1978 wird die ehemals selbständige Gem. Großwendern eingemeindet, Holzmühl und Neudes (ehem Gem. Neudes), Waldfrieden (ehem. Gem. Raumetengrün), Neudorf (ehem. Gem. Reicholdsgrün), Habnitb, Hebanz, Karolinenhain, Leuthenforst Wendenhammer, Ruggenmühle (ehem. Gem, Scbwarzenhammer) kommen ebenfalls zu Marktleuthen.

Partnerstadt ist Herend in Ungarn.

Der Ortsname Marktleuthen (Leuken) soll sich von dem alten deutschen Namen "Liuko" ableiten.

 Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikon

eingemeindete Ortschaften: ,
Eckenmühle, Großwendern, Habnith, Hebanz, Holzmühl, Karolinenhain, Leuthenforst, Neudes, Neudorf, Neudorfermühle, Neumühle, Ruggenmühle, Waldfrieden, Wendenhammer

Homepage der Stadt Marktleuthen

Heimatforschung
Henning Helmut
Überbruck 43
95168 Marktleuthen

Heimatkundlicher Arbeitskrei
Stark Harald
Plassenburg
95326 Kulmbach
Tel.: 09221 (1449)

Steinkreuzforschung
Schmeißner Rainer
Prüfeningerstraße 109
93049 Regensburg

 

Marktredwitz

Geschichte

Marktredwitz liegt an einer urk. bereits 1061 genannten Straße, die von Nürnberg kommt und nach Eger führt.

In einer undatierten Urkunde des nordgauischen Markgrafen Diepold III. um 1140 wird als Zeuge u. a. der Pfarrer von "Radewize" angeführt. Durch diese erste urk. Erwähnung geht Redwitz, das auch ein im Bereich der Egerer Burg gelegener Ministerialensitz ist, als Pfarrort in die Geschichte ein.

1152 wird erstmals eine Burg genannt, 1314 als "villa forense" 1339 als "oppidum".

1339 schenkt Kaiser Ludwig der Bayer Redwitz dem Kloster Waldsassen, dieses verkauft es 1340 unter Vorbehalt des Patronatsrechtes an die Stadt Eger, die bis 1816 Eigenntümerin bleibt. Marktredwitz wird dadurch eine Enklave zwischen dem markgräflichen Sechsämterland und dem Stiftsland Waldsassen. 1384 werden stadtähnliche Rechte verliehen mit eigenem Wappen und Magistratsverfassung nach Egerer Recht.

Durch Staatsvertrag vom 14.4.1816 zwischen Bayern und Österreich wird das "Amt Redwitz" mit den dazugehörigen Dörfern Manzenberg und Pfaffenreuth und drei Häusern in Dörflas im Austausch mit dem bis dahin bayerischen Städtchen Vils, das an Oberösterreich kommt, der Krone Bayerns einverleibt.

01.12.1907 wird Marktredwitz zur Stadt erhoben, von 1919 bis 1935 und vom 01.04.1948 bis 31.12.1971 kreisfrei.

Durch den Anschluss an die Eisenbahnstrecke 1878 (Ost-West-Verbindung Eger-Nürnberg-Stuttgart) und 1882 (Nordsüd-Achse Berlin-Leipzig-München) siedeln sich große Industriebetriebe an, durch Neubaugebiete erweitert sich das Stadtgebiet und es steigt die Einwohnerzahl schnell an.

Marktredwitz wird zu einem Wirtschaftszentrum im Landkreis Wunsiedel i.F.

Als der Sitz der EUROGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Bayern e.V. in die Stadt kommt, wird es auch zu einem Zentrum der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Westböhmen, südl. Sachsen und Thüringen, sowie Nordostbayern.

Eingemeindungen:

01.04.1939 Dörflas und Oberredwitz, 1972 Gem. Leutendorf, 1974 Gern. Thölau, 1975 Gem. Korbersdorf, 1976 Wölsau und die Gemeindeteile Manzenberg, Pfaffenreuth und Reutlas, 1977 Gem. Wölsauerhammer und die Gemeindeteile Glasbütte und Katharinenhöhe, 1978 Gem. Lorenzreuth und Brand.
Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikon

eingemeindete Ortschaften: 
Brand, Breitmühle, Dörflas, Fridau, Glashütte, Grafenstein, Grünitzmühle, Haag, Haingrün, Katharinenhöhe, Korbersdorf, Leuthendorf, Lorenzreuth, Manzenberg, Meußelsdorf, Neu-Haag, Oberredwitz, Oberthölau, Pfaffenreuth, Reutlas, Untertöhlau, Wölsau, Wölsauhammer, Ziegelhütte, Miedelmühle, Rößlermühle, Wuttigmühle

Homepage der Stadt Martredwitz

Historischer Club
Jeden 1. Dienstag im Monat im "Goldenen Löwen"
Bernhard Leutheußer
Oberthölau 30

95615 Marktredwitz
09231-87241
www.historischer-club-mak.de/

Archiv
Stadtarchiv
95615 Marktredwitz
Edith Kalbskopf
Tel.: (09231) 5010


Nagel

Geschichte
Der Ort wird in einem Zehentverzeichnis des Klosters Reichenbach am Regen um 1200 erstmals erwähnt. Bei der Teilung der Wittelsbachischen Besitzungen 1329 fällt Nagel mit an die Pfalzgrafschaft bei Rhein und der späteren Oberpfalz.

1460/62 kommt der Bayreuther Markgraf in den Besitz des Ortes; 1536 fällt Nagel (und die Hälfte des Dorfes Reichenbach)durch einen Grenzvertrag wieder an die Kurpfalz zurück. Seit 1475 entrichten die Bewohner ihre Abgaben an das Rittergut Fahrenbach, wohin sie auch his 1848 mit der Niederen Gerichtsbarkeit gehören, die Hohe Gerichtsbarkeit übt das kurpfäIzische Landrichteramt Waldeck aus.

1803 tritt Bayern die Orte Nagel, pfäIzisch Reichenbach, Lochbühl, Mühlbühl und Ölbühl an die preußische Krone ab, 1810 kommen sie mit dem gesamten Fürstentum Bayreuth an Bayern und gehören fortan zum Obermainkreis bzw zum Regierungsbezirk Oberfranken.

1818 wird die mittelbare Ruralgemeinde Fahrenbach unter dem Patrimonalgericht Fahrenbach errichtet, zu dem auch Nagel gehört mit seinen Ortsteilen; der Gemeindesitz wird dann 1832 vom Rittergut Fahrenbach nach Nagel verlegt.

Die Bevölkerung betreibt Landwirtschaft, arbeitet in Steinbrüchen oder im Forst. Daneben wird Korbmacherei betrieben und von den Frauen Hausierhandel mit Web- und Weißwaren bis nach Sachsen hinein.

Der Ortsname Nagel bedeutet wahrscheinlich "Nack" oder "Nock", Ort an einem Felsenhügel.

Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikon

eingemeindete Ortschaften: 
Hohenbrand, Lochbühl, Mühlbühl, Ölbühl, Reichenbach, Reißingerhöhe, Steinloh, Wurmloh

www.erholungsort-nagel.de/frames.php


Röslau

Geschichte
Der Ort "zu Roselein" wird erstmals urk. 1398 im Lehenbuch der Burggrafen von Nürnberg erwähnt, er umfasste 13 Höfe mit einer Mühle und einer Herberge. Auch mag bereits eine Kirche bestanden haben, denn 1413 vergibt der Abt von Waldsassen die Vikarie Roslau. Oft wechselte das Lehen den Besitzer: 1426 Hans v. Hirschberg, 1435 Heinrich v. Lübigau oder Lüchau, 1467 die Herren v. Reitzenstein, 1488 Wilhelm v. Schirnding, 1564 Heinrich v. Schirnding. Der 30jährige Krieg bringt schwere Verwüstungen, auch das alte Schloss verödet. Nach dem Tode von Hans Dietrich v. Schirnding verweigern dessen Söhne den Landsasseneid und verlieren dadurch 1651 den Ort Oberröslau, der nun Philipp v. Waldenfels zugesprochen wird. Dieser erbaut 1652 ein neues Schloss und kümmert sich um den Wiederaufbau des Dorfes. Als 1753 die ä1tere Linie derer v. Waldenfels zu Oberröslau ausstirbt, fällt das Rittergut an die Brüder Christoph Erdmann und Joseph Adam, welche es unter sich aufteilen, Christoph erhält das Burggut und die Dörfer Bödlas und Dürnberg, als Rittergut Oberrösla vorderen Theils, Joseph den übrigen Teil mit Schloss und Thusmühle als Rittergut Oberroslau hinteren Theils. 1854 wird das gesamte Rittergut aufgelöst und an Einzelne verkauft. Von großen Bränden wird 1833, 1863 und 1881 berichtet. 1826 wird der neukonzipierte Straßenabschnitt (jetzt Staatsstraße 2177) Marktleuthen-Röslau-Brücklas-Wunsiedel dem Verkehr übergeben. Durch den Bau der Fichtelgebirgsbahn (1875-1877) siedeln sich die ersten Betrieb, an: 1881 Stahl- und Drahtwerk. 1894 Pappenfabrik. 1907 Porzellanfabrik. 1818 entstehen die Gemeinden Oberröslau (mit Bödlas), Grün (mit BrückIas, Bibersbach, Unterröslau) und Dürnberg (1956 nach Oberröslau eingemeindet). 1961 benennt sich die Gemeinde Grün in Gemeinde Unterröslau um, 1966 werden Unter- und Oberröslau zur Gemeinde Röslau zusammengelegt.
Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikon

eingemeindete Ortschaften: 
Bibersbach, Bödlas, Brücklas, Dürnberg, Grün, Oberwoltersgrün, Rauschensteig, Rosenhof, Thusmühle, Unteroltersgrün

Homepage der Gemeinde

Heimatforschung
Gerhard Seidel
Tulpenstraße 20
09238-453

Dieter Hempel
Veilchenweg 2
09238-972

 

Schirnding

 Geschichte
Zur Geschichte: Es wird vermutet, daß das reich begüterte Geschlecht der v. Schirnding schon vor dem Jahr 1200 ortsansässig war. Im Egerer Achtbuch von 1330-1340 werden die »Schirntinge« genannt.
Der ca. 1360 als »Schyrnting« erscheinende Ort steht in enger Beziehung zu Eger und zur Burg Hohenberg. Verkehrsschutz, Straßenwacht, Geleits- und Zollordnung auf der aus
Ostfranken kommenden Straße durch das innere Fichtelgebirge in den böhmischen Raum sind jahrhundertelang Hauptaufgabe der Hohenberger Burg und ihres Stützpunktes in Schirnding.
Für die Sicherung der Furt durch die Röslau entsteht eine Wehranlage und Siedlung; seit dem 16. Jhd. besteht eine Zollstation.
Mit anderen ehem. nothaftischen Lebensbesitzungen erwirbt 1413 der Burggraf von Nürnberg auch Schirnding. 1873 zerstört ein Großbrand den s Ortsteil mit Kirche.
1879 verkehrt der erste Zug MarktredwitzSchirnding, 1883 war die Strecke nach Eger fertig. Ab 1738 werden Eisensteinzechen genannt, 1920 wird Braunkohle abgebaut. 1902/03 gründet Lorenz Reichel eine Porzellanmanufaktur, die sich bald zu einer großen Fabrik entwickelt; ab 1926 Ziegelfabrikation.
Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikon

eingemeindete Ortschaften:
Dietersgrün, Fischern, Ottenlohe, Raithenbach, Seedorf, Weidighaus, Ziegelhütte

Homepage von Schirnding


Schönwald

Geschichte
Markgraf Diepold III. von Nabburg-Vohburg-Cham schenkt zwischen 1125 und 1133 dem Kloster Benediktbeuren einenWald, zwischen Vielitz und Schwesnitz, wozu auch das Gebiet um Schönwald gehört. Nach seinem Tode 1146 fiel die Schenkung wieder dem Reich heim und kam in die Hände der Nothaft, die hier das Forstmeisteramt ausüben. 1316 besitzen die Förster in "Schönwalde" einen Hof mit Wolfram Amthor als Lehensmann, sie schenken ihm das Kloster Waldsassen.

Um 1400 bemächtigt sich der Nürnberger Burggraf des Gebietes und trennt es vom Egerland ab. Bereits 1414 wird ein befestigter Sitz genannt, 1417 wird das Dorf mit einer Kirche aufgeführt, die Besitzer des Ritterguts (v. Thela, Rab, v. Lindenfels, v. Schmidt) bestimmen das Schicksal des Gemeinwesens. 1777 wird der Rittersitz nach Sophienreuth verlegt.

1792 kommt die Markgrafschaft Bayreuth und damit auch Schönwald unter preußische Verwaltung, ab 1806 unter französische Militärverwaltung und schließlich 1810 an Bayern. 1818 wird die politische Gem. Schönwald mit Göringsreuth, Grünauer Vorwerk, Grünauermühle, Grünhaid, Kleppermühle und Sophienreuth gebildet.

Mit der Industrialisierung beginnt der rasche Verfall der Heimarbeit im Weberdorf Schönwald, wo 100 Webstühle standen. Einen Aufschwung nimmt das Dorf, als 1879 eine Porzellanfabrik mit 2 Öfen eingerichtet wird. Später kamen weitere Betriebe hinzu, aus denen die heutige Porzellanfabrik Schönwald hervorging. Dies brachte einen sprunghaften Anstieg der Einwohner und auch die Errichtung von Wohngebäuden mit sich.

1938 wird Schönwald Markt, 1954 erfolgt die Erhebung zur Stadt.
Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikon

eingemeindete Ortschaften:
Bernsteinmühle, Brunn, Buchbach, Göringsreuth, Grünauermühle, Grünauer Vorwerk, Grünhaid, Gutschönlind, Kleppermühle, Lenker, Merzenhaus, Neuenbrand, Perlenhaus, Reichenbach, Sophienreuth

www.schoenwald.net/

Arbeitskreis Heimatgeschichte
Klaus Müller

Rehauerstraße 39
95173 Schönwld
09287-5537

Selb

Geschichte
Selb gehörte von Anfang an zum Reichsterritorium Eger. 1281 erhält Heinrich d.Ä. Vogt von Plauen Lind seine Söhne die jetzt fora (= Marktflecken) genannten Orte Asch und Selb ("Selewen") als Reichspfand verliehen. Allerdings blieb dieses Pfandgebiet nicht lange im Besitz der Vögte, da es bereits nach einem halben Jahrhundert wieder beim Egerland, das inzwischen an den Böhmenkönig Johann von Luxemburg verpfändet worden ist, eingegliedert war.

Die Egerer ließen sich 1335 die Zusage gehen, dass die zwei Märkte Selb und Asch niemals mehr verpfändet oder verliehen werden dürfen. Von 1316 an verwalten die Forster die um Selb gelegenen egerischen Reichsforste. In Selb bestehen drei Adelssitze, in Oberweißenbach weitere. Als 1412 ihre Burg Neuhaus durch die Egerer zerstört wird, verkaufen sie den gesamten Besitz an den Burggrafen von Nürnberg, dieser errichtet das Burggrafenamt "Land vorm Wald", das spätere Sechsämterland.

1426 erfolgt erstmals die Verleihung des Stadtrechts, der Ort bildet fortan mit der Umgebung ein eigenes Amt im Sechsämterland, das bis 1613 von adeligen Amtsleuten verwaltet wird.

1581/783 erbaut der Markgraf anstelle des Wasserschlosses ein Jagdschloss mit Treppenturm.

1613 wird das Richteramt dem Oberamt Wunsiedel zugeteilt; ab 1792 geht Selb an Preußen über, 1810 an Bayern.

Am 18.3.1856 macht ein Großbrand 3000 Einwohner obdachlos.

Von 1919 bis 1940 und von 1946 bis 1978 ist Selb kreisfreie Stadt, kommt dann zum Lkr. Wunsiedel i.F.

Neben Landwirtschaft war die Hausweberei Haupteinnahmequelle der Bevölkerung. In der zweiten Hälfte des 19. Jhd. kommt der Granitabbau in der Häusellohe hinzu.

1857 beginnt Lorenz Hutschenreuther mit der Porzellanherstellung, danach entstehen die Fabriken Jakob Zeitler (1864), Josef Rieber (1868), Geheimrat Dr. h.c. Philipp Rosenthal (1879), Christoph Krautheim (1884) Paul Müller (1890), Franz Heinrich (1896) Adolf Gräf und Friedrich Krippner (1900), und machen Selb zum Mittelpunkt der Deutschen Porzellanindustrie.

Es folgen weitere Industriegründungen in den Bereichen Elektrotechnik und Maschinenbau und verhelfen der Stadt zu einem rapiden Bevölkerungszuwachs.

1967 beschließt der Selber Stadtrat eine neue Stadt- und Verkehrsplanung. Prof. Gropius und Prof. Leibbrand planen für die Innenstadt die verkehrsfreie Fußgänger- und Einkaufszone und die großzügige Umgehungsstraße.

Name: Der Personenname "Kunradus de Selewen" wird um 1135/1188 urk. genannt und wird abgeleitet von dem Gewässernamen Selb, was soviel heißt wie die "dunkelfarbige Ache"; es liegen noch andere Namensdeutungen vor.Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikon

eingemeindete Ortschaften:
Bärenhaus, Blumenthal, Buchwald, Dürrloh, Dürreweisen, Erbhaus, Erkersreuth, Fußhaus, Hafendeck, Hammergut, Häuselloh, Heidelheim, Heuloh, Holzhäuser, Längenau, Laubbühl, Lauterbach, Leupoldshammer, Linden, Ludwigsmühle, Mittelweißenback, Mühlbach, Neuenbrand, Neuhof, Obersteinmühle, Oberweißenbach, Papiermühle, Plößberg, Prexhäuser, Reuth, Rohrlohmühle, Schatzback, Selb-Plößberg, Selber Vorwerk, Silberbach, Sommermühle, Spielberg, Steinselb, Stopfersfurth, Untersteinmühle, Unterweißenbach, Vielitz, Wellerthal, Wildenau

Homepage der Stadt Selb

 

Heimatforschung
Arzberger Dieter
95100 Oberweißenbach
Tel.: (09287) 3598

Heinrich Helmut
Lärchenweg 3
95100 Selb
Tel.: (09287) 60854

www.selb-kriegsopfer.de

Archiv
Ludwigstraße 6
95100 Selb
Sigrid Köppel
Tel.: (09287) 883170

Archiv der Porzellanindustrie
Porzellanikon
95100 Selb
Kreisarchivpfleger Wolfgang Schilling
(09287) 918000


Thiersheim

Geschichte
Die Entstehung Thiersheims hängt mit der Lage des Ortes an der Kreuzung zweier wichtiger, mittelalterlicher Verkehrswege zusammen.

Die West-Ost-Strecke kam vom fränkischen Raum und führte durch das innere Fichtelgebirge nach Böhmen, die Nord-Süd-Strecke von Mitteldeutschland in die Oberpfalz.

Durch archäologische Lesefunde konnte nachgewiesen werden, dass diese Fernwege bereits in vorgeschichtlicher Zeit begangen wurden.

Am 29.9.1182 bestätigt Kaiser Friedrich 1. Barbarossa dem Kloster Reichenbach u.a. die Besitzung "Gotefridesgrune apud Tiersheim". Nach den Feststellungen von Namensforschern handelt es sich bei Thiersheim um einen germanisch-frühdeutschen Ortsnamen, im Spätmittelalter um einen fränkischen Militärposten an alter Straße.

Ende des 13. Jhd. kam Thiersheim an die Herren v. Nothaft, die es um 1370 mit Marktrecht nach Egerer Vorbild ausstatten. 1393 verkaufte Peter Nothaft Thiersheim dem mächtigen Landgrafen Wilhelm von Thüringen, Markgraf zu Meißen. 1415 geht der Ort endgültig an die Zollern über, die bereits vorher schon Eigentum erworben hatten.

Später entsteht das Sechsämterland, Thiersheim kommt zum Amt Thierstein. Als 1613 neun Richterämter gebildet werden, erhält eines davon Thiersheim.

1792 kommt der Markt unter preußische Verwaltung, 1806 unter französische. 1810 geht das Fürstentum und damit Thiersheim an Bayern über. 1818 wird die politische Gemeinde Thiersheim gebildet, 1859 ein Landgericht eingerichtet, 1879 Umwandlung in ein Amtsgericht.

1914 Einweihung der Eisenbahn Holenbrunn-Selb.

Der in dem über Thiersheim-Stemmas-Kothigenbibersbach streichende n Marmorzug vorhandene Eisenspat wird schon im Mittelalter abgebaut und in Hammerwerken weiterverarbeitet, in Kalköfen wird Bau- und Düngekalk hergestellt.

Schon frühzeitig wird Speckstein ("Schmerstein") abgebaut und zu Kugeln verarbeitet; die Thiersheimer erhalten den Spitznamen "Kuglschowa" (Kugelschaber); 1555 werden die ersten Kugelmacher angesprochen.

Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikon

eingemeindete Ortschaften:
Altdürrlas, Berthardsruhe, Böhmmühle, Grafenreuth, Karlmühle, Kleehof, Kothigenbibersbach, Leutenberg, Mittelbmühle, Neuenreuth, Putzenmühle, Steinhäuser, Stemmas, Wampen

www.thiersheim.de/

Heimatforschung
Schelter Siegfried
Neuenreutherstraße 5
95707 Thiersheim
(09233) 1437



Thierstein

Geschichte

Die Anfänge des Ortes stehen in engem Zusammenhang mit der Errichtung der Burg. Nach Gründung des Herrensitzes siedeln sich die ersten Bauern und Handwerker an, die für die Versorgung der Burgbewohner zuständig waren und für die Verteidigung in Kriegszeiten herangezogen wurden.

Urk. nachweisbar ist, dass die Burg Thierstein 1343 "auf deß Reichs Perg und Poden" errichtet wurde. Die v. Nothaft, ein reich begütertes egerländisches Geschlecht bilden hier den Mittelpunkt einer Rodungsherrschaft und sind mit dem Forstmeisteramt beauftragt. 1368 beklagt sich der Rat der Stadt Eger über die Siedlungsaktivitäten der Thiersteiner Burgbesitzer, die Dörfer und Hammerwerke in ihrem Einflussbereich anlegen lassen Lind dadurch eine Einschränkung des Egerer Machtbereichs vornehmen, es kommt zur Fehde und zu Auseinandersetzungen.

1393 wird die Burg mit ihren Zugehörungen an Markgraf Wilhelm 1. von Meißen verkauft. Von diesem kommt sie durch Erbfolge und nach langwierigen Prozessen 1415 an den Burggrafen von Nürnberg, wo sie fortan als Amtssitz für die zollerischen Amtleute dient. Thierstein liegt im Verwaltungsbezirk "Hauptmannschaft vorm Wald" (= Böhmerwald), ab 1504 im Sechsämterland in der Markgrafschaft Bayreuth.

Im Bundesständischen Krieg 1554 brennt die Burg nieder, um 1575 ist sie nicht mehr bewohnt, die Gebäude verfallen.

Der Bergfried findet in Kriegszeiten als Wach- und Signalstation Verwendung, zuletzt im Spanischen Erbfolgekrieg.

Thierstein wird Sammelplatz für die Landwehr des Sechsämterlandes.

1602 wird in Thierstein ein Amtshaus für den Amtmann errichtet; 1725 fällt der Markt samt Burg einem Schadenfeuer zum Opfer.

1792 geht die Markgrafschaft und damit Thierstein an Preußen über, 1806 kommt der Ort unter französische Verwaltung und ab 1810 gehört er zu Bayern.

1818 wird die Gemeinde Thierstein gebildete, 1978 wird Birkenbühl, Hendel-, Kaiser- und Schwarzenhammer eingemeindet, Thiersheim und Höchstädt gründen eine Verwaltungsgemeinschaft mit Sitz in Thiersheim.

Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikon

eingemeindete Ortschaften
Birkenbühl, Dangesbühl, Hafendeck, Hendelhammer, Hohenmühle, Kaiserhammer, Neudürrlas, Öchslermühle, Pfannenstil, Schlößlein, Schwarzenhammer, Schwarzteich, Wäschteich, Ziegelhütte

Homepage der Gemeinde Thierstein

Heimatforschung
Karl-Heinz Zeitler
Hauptstraße 10
95199 Thierstein
Tel.: (09235) 6169

Tröstau

Geschichte
Zur Geschichte: Mit Urkunde vom 20.7.1314 verspricht Taut v. Hertenberg für den Fall seines Todes dem Kloster Waldsassen die Schenkung der Burg in Schönbrunn (bei Wunsiedel) und verschiedene Güter, darunter auch seine Besitzung in »Drosen«.
Der letzte Besitzer der Schönbrunner Burg, Heinrich v. Hertenberg, geriet 1344 mit den Burggrafen von Nürnberg in Streit und mußte die Burg und das Tröstauer Burggut an sie abtreten.
Reges gewerbliches Leben herrscht bereits 1435, es wird ein »Hammer zu Trösten« urk. genannt, der bis 1861 vorwiegend Roh- und Schmiedeeisen produzierte.
Auch in verschiedenen Ortsteilen entstanden Hammerwerke. Im frühen 19. Jhd. entstehen Löffelschmieden, in Tröstau waren bis zu fünf Betriebe dieser Art tätig.
Im späten 19. Jhd. begann der Granitabbau in Steinbrüchen, in Steinhauerhütten wurde der Granit verarbeitet.
Der Bergbau auf Zinn- und Eisenerz spielte eine wichtige Rolle. 1437 erhält der Tröstauer Hammerherr ein Zinnwerk bei Tröstau verliehen, der Abbau ist jedoch viel älter. Westlich von Tröstau werden 1492 und 1498 Zinnseifenwerke verliehen, am Glasbach und beim Zinnschützweiher waren ergiebe Vorkommen.
Eisenerzabbau erfolgt ab 1489 in der Eulen- lohe in den Gruben »Untere Eulenloh«, »Obere Eulenloh«, »St. Michael«, »Catharina Glück«,
»Engelsburg am Vorholz« und »Einigkeit«, die in der Mitte des 19. IM. wegen Unrentabilität schließen mußten.
1499 gehört Tröstau zum Sechsämterland in der Markgrafschaft Bayreuth, mit dem Halsgericht gehören die Bewohner zum Amt Wunsiedel. 1818 wird die politische Gemeinde Tröstau gebildet mit Grötschenreuth, Leupoldsdorf Leupoldsdorferhammer; dazu kommen die Einzelhäuser Silberhaus und Kösseine (jetzt Stadt Wunsiedel).
1955 wird Fahrenbach eingegeliedert und 1978 kommt die Gem. Vordorf hinzu.

Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikon

eingemeindete Ortschaften
Fahrenbach, Furthammer, Grötschenmühle, Kühlgrün, Leupoldsdorf, Leupoldsdorferhammer, Nuenhammer, Rohrmühle, Seehaus, Silberhaus, Vierst, Vordorf, Vordorfermühle, Waffenhammer 

Homepage der Gemeinde Tröstau

Heimatforschung
Rudolf Thiem
Vordorfer Mühle
95709 Tröstau
09232-6412                             
 

Weißenstadt

Geschichte

Es wird vermutet, dass die erste Siedlung an der alten Heer- und Handelsstraße lag, die den mainfränkischen Raum mit dem böhmischen Raum verband. Von Gefrees kommend verlief die West-Ost-Verbindung über den Höllpass nach Weißenstadt, Thiersheim und den Schirndinger Pass nach Eger.

Die Besiedlung erfolgte von Franken aus, was an der Mundart festgestellt werden kann. Weißenstadt und die Burg auf dem Rudolfstein gehörten von Anfang an zum Egerland.

Die erste urk. Nennung Weißenstadts erfolgte 1299 als "Circa Albam Ecclesiam", auf deutsch "um die weiße Kirche herum", wo Heinrich von Sparneck auf bestimmte Rechte verzichtet.

1317 bestellte Graf Berthold von Henneberg zusammen mit mehreren Verwandten die bisherigen Lehensleute, die v. Hirschberg, zur Pflege über zwei Höfe und die Mühle "zu Wizen Kirchen". 1317 taucht auch erstmals urk. die Burg auf dem Rudolfstein auf, die immer in Zusammenhang mit Weißenstadt stand.

1346 verzichteten die Hirschberger auf den Rudolfstein und auf Burggüter in Weißenkirchen zugunsten des Klosters Waldsassen.

1348 trat das Kloster diese Besitzungen endgültig an die Nürnberger Burggrafen Johann und Albrecht ab, die dem Ort Stadtrecht verliehen, wobei das Jahr der Stadtrechtsverleihung nicht genau bekannt ist.

1437 richteten die Burggrafen ein eigenes Amt mit Halsgericht ein, das zum Sechsämterland gehörte.

Von 1398 bis 1571 bestand in Weißenstadt das Zeidelgericht, das alle juristischen Belange der Bienenzüchter des gesamten Raumes regelte. 1413 wurde die Stadt kaiserliche Freistatt mit Asylrecht.

Einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte Weißenstadt durch den Zinnbergbau im südlichen Stadtbereich und in den Dörfern Schönlind und Weißenhaid. Im 15. Jhd. wurde das Zinnerrecht veröffentlicht und der Rat Weißenstadt zum Oberhof in Zinnrechtssachen für das gesamte burggräfliche Oberland bestellt.

Unter den Häusern der Stadt erstreckten sich die Stollen der Kristall-Bergwerke, die zwischen 1594 und 1604 nochmals geöffnet wurden und reiche Ausbeute an Bergkristallen ergaben, die man heute noch am Sonnentempel der Bayreuther Eremitage vorfindet.

Eine wichtige Bedeutung hatte in der Mitte des 18. Jhd. das Nagelschmiede-Handwerk. 1791 kam das Gebiet an Preußen, 1806 unter französische Verwaltung, 1810 an Bayern. Im Mai 1823 durchlebte Weißenstadt die größte Brandkatastrophe, beim Wiederaufbau erhielt die Stadt im wesentlichen ihren heutigen Grundriss.

Mitte des 19. Jhd. begann die granitverarbeitende Industrie.

Dem Steinhauer Erhart Ackermann gelang es als erstem, den Granit zu schleifen und zu polieren.

Der Bau der Nebenbahn Kirchenlamitz-Ost Weißenstadt 1899 wirkte sich günstig auf den Fremdenverkehr aus, seit dieser Zeit wurde das Stadtgebiet nach Norden hin erweitert. Zur besonderen Attraktion wurde der 1976 eingeweihte Weißenstädter See.

Durch die Gebietsreform kamen 1978 die ehem. selbständigen Gemeinden Voitsumra und Franken nach Weißenstadt

.Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikon

eingemeindete Ortschaften
Weißenstadt, Birk, Weißenstadt, Frohnlohe, Grub, Grubback, Hühnerhöfen, Kohlmesserhaus, Lehsten, Meierhof, Neuenhammer, Ruppertsgrün, Schönlind, Torfmoorhölle, Voitsumra, Weiherhöfen, Weißenhaid, Weißenhaider Mühle, Zigeunerhaus, Ziegelhütte/Lehsten

Homepage der Stadt Weißenstadt

Heimatforschung
Dieter Schmidt
Bayreutherstraße 44
95163 Weißenstadt
09253 - 1876

Archiv
Stadtarchiv Weißenstadt
Kirchplatz 1
95163 Weißenstadt
Tel.: (09253) 9500


Wunsiedel

Geschichte

1163 als Sitz eines Ministerialen "Adelbertus de Wunsidil" erwähnt, gehört Wunsiedel zum nordgauischen Verwaltungsbezirk Eger (1135 Regio Egere), der nach dem Tode des Markgrafen Diepold III. 1146 als erledigtes Amtslehen an das Reich fiel und zum Reichsland Eger verselbständigt wurde.

Rudolf v. Habsburg gibt bereits 1285 dem Burggrafen von Nürnberg die Burg Wunsiedel, die dieser kurz zuvor gekauft hatte, von Reichs wegen zu Lehen. Da zur gleichen Zeit auch die Burg Hohenberg a. d. Eger und 1292 Arzberg als erledigtes Reichslehen an den Burggrafen kommt, bahnt sich jene Entwicklung an, die zu einer beträchtlichen Einbuße des Egerlandes und zur Entstehung des markgräflichen Sechsämterlandes führt.

Im Zeitpunkt der Verpfändung des Egerlandes an den Böhmenkönig Johann v. Luxemburg 1322 bilden Wunsiedel, Arzberg und Hohenberg inmitten des Egerer Landes eine Enklave und fallen nicht mit unter die Pfandschaft.

1326 verleiht der Burggraf Friedrich IV. dem inzwischen im Schutz der Burg erwachsenen Markt Stadtrechte, die Kaiser Ludwig der Bayer 1328 bestätigt.

Wunsiedel entwickelt sich nun zu einem Stützpunkt für die nächste Umgebung, Wunsiedler Stadtrecht erhalten Weißenstadt (1348), Kirchenlamitz (1374), (Markt)Redwitz (1384), Arzberg (1408) und Selb (1426). Als Pfarrort ist Wunsiedel erstmals 1384 genannt, die Wallfahrtskirche auf dem Katharinenberg stand in hohem Ansehen.

Als Mittelpunkt des Bergbaus erlangt Wunsiedel durch die Herstellung von Weißblech (verzinntes Blech) große wirtschaftliche Bedeutung, der reiche Handelsherr Sigmund Wann stiftet 1450 ein Spital und Bruderhaus für 12 verarmte Bürger (heutige Gebäude des Fichtelgebirgsmuseums). Neben den Bergwerksunternehmern siedeln sich Pfannenschmiede, Flaschenschmiede, Nagelschmiede, Löffelschmiede und Harnischmacher an.

Der gesamte Innenraum des Fichtelgebirges kommt in den Besitz der Hohenzollern, sie bilden den einheitlichen Verwaltungsbezirk "das Land vorm Wald" (Böhmerwald), ab 1504 das Sechsämterland mit Amtmännern in Wunsiedel, Höhenberg, Weißenstadt, Kirchenlamitz, Selb und Thierstein.

1613 werden alle Ämter einem einzigen Amtshauptmann unterstellt, der seinen Sitz in Wunsiedel hat. Die Zugehörigkeit zur Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth bewirkt eine frühe Einführung des evang. luth. Bekenntnisses; 1568 wird Wunsiedel Sitz einer Superintendentur.

Nach dem Abdanken des letzten Markgrafen Alexander stand die Markgrafschaft von 1792 bis 1806 unter preußischer Verwaltung, nach vierjähriger Besetzung durch Napoleons Truppen wird die Markgrafschaft 1810 dem bayerischen Königreich einverleibt.

1834 vernichtet ein Großbrand zwei Drittel der Stadt, beim Wiederaufbau entsteht das klassizistische Stadtbild.

1862 wird aus den Bezirken Wunsiedel und Kirchenlamitz das Bezirksamt Wunsiedel gebildet. 1877 erhält die Stadt nach langjährigen Verhandlungen Anschluß an die Eisenbahnstrecke bei Holenbrunn.

Nach der Gebietsreform 1972 wird der gesamte Fichtelgebirgs-Innenraum zum "Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge" bestimmt, damit wird das historische Sechsämterland wieder hergestellt. In Wunsiedel bleibt der Sitz der Landkreisverwaltung.

Eingemeindungen nach Wunsiedel: 1975 Gemeinde Schönbrunn, 1978 Gemeinden Hildenbach, Holenbrunn, Bernstein. Partnerstädte sind die Stadt Mende in Südfrankreich und Schwarzenberg im Erzgebirge.
Quelle: Dietmar Hermann - Fichtelgebirgslexikon

eingemeindete Ortschaften
Bernstein, Breitenbrunn, Fleißenhammer, Furthammer, Göpfersgrün, Göringsreuth, Hauenreuth, Hildenbach, Hildenmühle, Holenbrunn, Johanneszeche, Juliushammer, Klause, Kösseinehaus, Krohenhammer, Luisenburg, Schneckenmühle, Schneckenhammer, Schönbrunn, Schönlind, Sinatengrün, Stemmasgrün, Stollenmühle, Valtesberg, Walkmühle, Wiesenmühle, Wintersberg, Wintersreuth, Ziegelhütte

Homepage der Stadt Wunsiedel

Heimatforschung
Peter Seißer
Maximilianstraße 24
95632 Wunsiedel
09232-7507

Herrmann Dietmar
Hoferstraße
95632 Wunsiedel
Tel.: (09232) 94090

Archiv
Stadtarchiv Wunsiedel
Marktplatz
95623 Wunsiedel
Wolfgang Daum
Tel.: (09232) 6020